Was, wenn man „das ganze Leben noch vor sich hat“, dieses Leben einen aber völlig kalt lässt? Wozu in einer Welt auf die Rente warten, in der doch „alles nur Fake“ ist? Was, wenn man keine Lust hat, nach einem „Sinn“, einem „Inhalt“ oder seiner „Lebensaufgabe“ zu suchen? Julie und August lernen sich in einem Chatroom im Internet kennen und merken schnell, dass sie sich auf einer Wellenlänge befinden. Beide treibt die Sehnsucht nach dem absoluten Kick – Selbstmord aus Übersättigung? Und warum den „Abschied“ nicht als großes Theater inszenieren? Kurzerhand beschließen die beiden, sich in Norwegen von einer Klippe zu stürzen. Ausgerüstet mit Zelt, Proviant und einer Videokamera lagern die todessehnsüchtige Julie und der zögerliche August hoch über einem norwegischen Fjord. Am Rande der Welt, am Ende des Lebens, entdecken beide das Schauspiel der Natur, Polarlicht und überwältigende Schönheit von Felsen, Klippen, Meer und unendlicher Ruhe. Ein Abschiedsvideo für Freunde und Familie wird gedreht, und überraschend komisch lernen die beiden zwischen echtem und falschem Gefühl, Lüge und Wahrheit, Lebendigkeit und Erstarrt-Sein zu unterscheiden. Gibt es da vielleicht doch ein Leben, das gelebt werden sollte?
Nach der Uraufführung in eigener Regie wurde das achte Stück Igor Bauersimas zu einem wahren „Renner“ auf deutschsprachigen Bühnen. Vielfach inszeniert und mit zahlreichen Preisen bedacht ist dieses packende und einfühlsame Dokument über das Jungsein gleichzeitig ein unüberhörbares Plädoyer für das Leben.